Projekt: Re.framing Gender

Auftraggeberin: Friedrich-Ebert-Stiftung


In dem Projekt werden unterschiedliche Lehr- und Lernmittel entwickelt, mit deren Hilfe sich um gender- und diversitätssensible Kommunikation in der Praxis umsetzen lässt. 

Politische Kommunikation sollte nicht nur geschlechtersensibel, sondern auch diskriminierungsfrei und diversitätsbewusst sein. Gender- und diversitätssensible Kommunikation ist daher nicht nur auf geschlechtergerechte Sprache ausgerichtet (dem sogenannten "Gendern"). Sie berücksichtigt politische Kommunikation auch mit Blick auf Stereotype, Framing, Diskurse und Bilder.


Kommunikation umfasst im weitesten Sinne alle wechselseitigen Vermittlungs-, Austausch- und Aushandlungsprozesse. Gender- und diversitätssensible Kommunikation ist eine gleichwertige, anerkennende und wertschätzende Kommunikation im Feld der Politik. Sie kann schriftlich, verbal, nonverbal und visuell erfolgen. Sie zielt darauf ab, Machtverhältnisse und Ungleichheit im Feld der Politik auf kommunikativer Ebene herauszufordern und Praktiken, Einstellungen und Überzeugungen zu verändern.

Unterschiedliche Konzepte können erklären, warum geschlechter- und diversitätssensible Kommunikation in der Politik relevant ist. Die Konzepte helfen zugleich bei der zielgerichteten Platzierung, Rahmung und Umsetzung – kurz dem Framen – einer geschlechter- und diversitätssensiblen Kommunikation.


  • Mit dem Konzept der Repräsentation geraten die Prozesse der Herstellung von Sinn und Bedeutung durch Sprache und Zeichen in den Blick. Der Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Sprache die Wirklichkeit formt und verändert.


  • Framing-Ansätze helfen dabei, die Selektion und Strukturierung von Kommunikation zu verstehen. Durch Framing können bestimmte Merkmale von Themen und Sachverhalten und Personen gezielt hervorgehoben und andere ignoriert werden.


  • Die Stereotypenforschung lenkt den Blick darauf, wie starr solche Repräsentationen und Frames sein können.


  • In der Diskursforschung verschiebt sich die Auseinandersetzung mit einzelnen Begriffen, Texten und der Sprache hin zu umfassenderen diskursiven Formationen. Ein Potenzial der Diskursforschung zeigt sich darin, dass sie sich für die Entstehung von Wissen innerhalb spezifischer historischer und gesellschaftlicher Kontexte interessiert.

 

  • Die Diskursforschung lenkt den Blick zugleich darauf, wie die Erzeugung und Auflösung von Geschlecht und anderer Differenzkategorien auch mit der Produktion von Sichtbarkeit zusammenhängt.


Innerhalb dieser Konzepte sind bereits Politiken und Strategien angelegt, die sich für die Umsetzung der politischen Kommunikation nutzbar machen lassen.

Strategien für gender- und diversitätssensible Kommunikation

Es gibt unterschiedliche Politiken und Strategien, die dabei helfen, geschlechter- und diversitätssensible Positionen handhabbar zu formulieren und zu visualisieren. Dazu gehören:

  • Sensibilisierung für Stereotype
  • Gender- und diversitätssensible Sprache
  • Stereotype aufbrechen
  • Sensibilisierung für Framing 
  • Positives Framing
  • Reframing
  • Counter-Framing
  • Reflexion von Diskurspositionen 
  • Politiken des Zuhörens 
  • Sichtbarmachung der Norm 
  • Subversive Umarbeitung 
  • Vielfalt sichtbar zu machen
  • Geschlechter- und diversitätssensible Bildsprache
  • Anerkennende Sichtbarmachung

 

Die Politiken und Strategien decken ein breites Spektrum ab. Die dargestellten Strategien sind teils widersprüchlich und verstehen sich sogar als Kritik aneinander. Es gibt keine einzelne Strategie oder ein einziges erfolgreiches Konzept, um geschlechter- und diversitätssensible Kommunikation in politischen Öffentlichkeiten um- und durchzusetzen. Es liegen nur verschiedene Ansätze für ihre Umsetzung vor. Alle genannten Strategien stellen jedenfalls Möglichkeiten bereit, um an einer gerechteren Kommunikation zu arbeiten, statt nur auf ihren Wandel zu warten.


Das Lehrbuch "Re:framing Gender. Geschlechtergerechte politische Kommunikation verstehen und umsetzen" stellt die Konzepte und Strategien anhand von Beispielen aus der Forschungs- und Praxisliteratur vor.

Lehrbuch 2021 (2., überarbeitete Auflage)

Friedrich-Ebert-Stiftung

Das Lehrbuch verknüpft das Konzept der Geschlechtergerechtigkeit mit dem Feld der politischen Kommunikation. 

Die Inhalte sind nicht allein auf geschlechtergerechte Sprache ausgerichtet. Sie berücksichtigen politische Kommunikation auch mit Blick auf Stereotype, Framing, Diskurse und Bilder.


Es wird eine Auswahl an bewährten Konzepten, Politiken und Strategien vorgestellt, mit deren Hilfe sich die geschlechter- und diversitätssensible Kommunikation in der Praxis umsetzen lässt.

Praxisnahe Beispiele und Aufgaben zeigen, welche Strategien, Methoden und Techniken gewählt werden können, um gleichzeitig die Relevanz von Geschlechtergerechtigkeit aufzuzeigen und dabei eine klare politische Haltung zu kommunizieren.

Das Lernposter gibt einen Überblick über die Konzepte und Strategien, die im Lehrbuch vorgestellt werden.

Mehr zum Thema

Die Toolbox besteht aus über 100 Lernkarten mit inspirierenden Übungen zu gender- und diversitätssensibler Kommunikation.

Der Vortrag liefert Impulse, warum das Gendern erst der Anfang von geschlechter- und diversitätssensibler Kommunikation ist.

Trainings und Schulungen zu gender- und diversitätssensibler Kommunikatin.

Das Lehrbuch stellt theoretische Konzepte der Gender Studies vor und beschreibt ihre Anwendung im Feld Medien und Kommunikation.

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